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- 12.1.2012: „Descartes´ Irrtum“ von Antonio R. Damasio
- 10.1.2012: "Die zitternde Frau" von Siri Hustvedt
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“Jeder stribt für sich allein” von Hans Fallada
26.1.2012 von Krümel.
Eins meiner Highlights im Jahr 2011!
Eine ganz einfache, fast stillose Sprache, ziert diesen Roman. Daran muss man sich zu Beginn gewöhnen. Dafür sind seine Figuren ebenso authentisch wie lebendig, die Schauplätze fast plastisch und der ganze Roman wird von einer sehr dichten Atmosphäre getragen.
>>Die Vorübergehenden … vermieden es ängstlich, den im Dreck liegenden Unglücklichen anzusehen, denn sie wussten es ja, aus welchem gefährlichen Hause er hinausgeworfen war. Es war vielleicht schon ein Verbrechen, solchen Verunglückten mitleidig anzusehen, helfen durfte man ihm schon gar nicht.<<
Als Auftragsroman für die „Neue Berliner Illustrierte“ ist dieser Roman entstanden. Ausgangspunkt ist das Ehepaar Hampel und dessen Geschichte, beide sind am 8.04.1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Im Buch sind es dann die Quangels. Das Ehepaar verliert ihren einzigen Sohn an den Führer, und ein Standardschreiben unterrichtet sie – Ehre und Stolz für das Volk. Zorn und Wut bewegen das Paar zur Auflehnung gegen das Regime. Sie beschreiben Postkarten und legen diese in Treppenhäuser in ganz Berlin aus.
>>Nieder mit der Hitler Regierung! Nieder mit dem Zwangselend Diktat in unser Deutschland. Eine Hitler Regierung dürfen wir nicht entlasten!!<<
Einfache Leute aus der Arbeiterwelt lehnen sich gegen die „Schurkenbande“ auf. Fallada reißt damit ein Klischee aus den Angeln, denn die kollektiven Mitläufer werden zu Widerstandskämpfer.
>>“Du wirst es nicht nur anhören, du wirst es auch aushalten müssen, Kluge, einen Tag, zwei, drei, fünf Tage – immer, Tag und Nacht, und dabei werden sie dich hungern lassen, dass dein Magen zusammenschrumpft wie eine Bohne, dass du vor Schmerzen innen und außen umzukommen meinst. Aber du wirst nicht umkommen; so leicht lassen die einen, den sie mal in ihren Fängen haben, nicht los.“<<
Und heute bewegt dieser Aufstand gegen das Naziregime die ganze Welt, das Buch wird „zum internationalen Ereignis, zum Amazon-Toptitel und Spitzenreiter der einschlägigen Sellerlisten in zwanzig Ländern“.
Die neue Ausgabe des Aufbau-Verlags erscheint nun in ungekürzter Länge. Warum vor 60 Jahren so viel aus dem Roman herausgestrichen wurde, kann heute nicht mehr eindeutig nachvollzogen werden. Fadenscheinige Ausflüchte wie „die objektive Kritik an Zeitromanen wurde überschritten“ oder „es sei ein Zuhälterroman mit politischen Aufputz“ werden angeführt.
Fakt ist, dass der Aufbau-Verlag der bekannteste Verlag in der ehemaligen DDR war, und das nächste Regime wieder Grund zum kritisieren und zensieren hatte.
>>Die aufgehobenen Streichungen verändern den Text nicht grundlegend, zeigen ihn aber rauher und authentischer, so wie Fallada ihn intendiert hatte.<<
Meine Gedanken zur Lektüre: Die Menschen gleichen drei verschiedenen Marionetten-Typen, den Mitläufern, den Augen und Ohren-Zuhalter und den Sich-Wehrer, aber allesamt sind sie irgendwie am Faden aufgereiht, grau und düster, aber nicht wirklich lebendig, denn sie leben irgendwie unter einer Glasglocke. Das ist reine Authentizität, Fallada erzeugt ein wahres und getreues Bild. Die Angst ist überall präsent. Und dann gibt es diesen Funken Hoffnung …
Oft wird Fallada als Trivialliterat bezeichnet, ich habe es in keinem Augenblick in diesem Werk so empfunden, sondern als echtes Zeitzeugnis aus einer ganz anderen Perspektive heraus. Das Buch hat mich tief bewegt hat – es ist mir ganz tief unter die Haut gegangen, und war so ein ganz besonderes Highlight in 2011!
Büchergilde Gutenberg 2011, Hardcover (leider schon vergriffen), 704 Seiten, ISBN: 978-3-7632-6448-3
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“Saeculum” von Ursula Poznanski
24.1.2012 von Krümel.
Bastian, Medizinstudent und der Sohn eines bekannten Chirurgen, wird von seiner Freundin zu einem im Mittelalter angesiedelten Live-Rollenspiel eingeladen. Eigentlich fühlt er sich verpflichtet, seinem Studium die entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen, aber schon um sich von seinem erfolgs- und karriereorientierten Vater abzugrenzen, sagt er zu. Erst als die Gruppe schon unterwegs ist, wird der Ort für diese Convention bekannt und ein erster Schatten fällt auf das Vorhaben. Schnell macht eine alte Sage die Runde, der zu Folge auf dem Wald ein Fluch liegen soll. Im Wald angekommen, müssen sich die Teilnehmer von den Utensilien der Gegenwart trennen, erlaubt sind nur noch Gegenstände, die es auch schon im 14. Jahrhundert gab, Handy, Feuerzeug, Brillen, Medikamente – alles ist verboten. Jeder der Teilnehmer schlüpft in eine von ihm festgelegte Rolle und die entsprechende Kleidung, damit kann das Spiel beginnen, 5 Tage werden sie nun wie in der Vergangenheit leben. Aber schon bald kommt es zu mysteriösen Vorfällen, Spieler verschwinden spurlos, immer wieder finden die Verbliebenen rätselhafte Nachrichten. Der Fluch scheint sich zu bewahrheiten, langsam kippt die Stimmung im Team und mit ernster werdender Situation zeigen die Spieler ihren wahren Charakter, das Ganze läuft aus dem Ruder.
Nach „Erebos“ war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Ursula Poznanski. Schon das Äußere sprach mich an. Das Cover ist ganz einfach in schwarz und weiß gehalten, der Buchschnitt ist schwarz eingefärbt. Es macht zwar einen etwas düsteren Eindruck, der passt aber ausgezeichnet zur Atmosphäre des Romans, der dunkle Wald, das Wetter, die zunehmend sich verschlechternde Stimmung der Spieler. Den Einstieg in die Handlung gestaltete die Autorin ruhig, aber stetig. Sie ließ sich Zeit ihre Figuren vorzustellen und zu positionieren. Die Charaktere wurden von der Autorin sehr vielfältig gestaltet. Es gab kaum Stereotypen. Einzig Bastian war mir ein wenig zu sehr als Sympathieträger angelegt. Aber in ihrem Handeln und Denken wirkten sie glaubhaft und lebensecht. Der Spannungsbogen wurde recht konsequent aufgebaut. Allerdings wandelte sich etwa ab der Mitte des Buches die Stimmung, das Flair vom Mittelalter konnte in der Konfliktsituation von den Spielern nicht weitergetragen werden. Aber das scheint logisch, schließlich nahmen sie an einem Spiel teil, aus dem plötzlich bitterer Ernst wurde. Mir war eigentlich die ganze Lesezeit über klar, dass es für die sich ereignenden Mysterien eine logische Erklärung gab. Deshalb überkam mich auch nicht das Gruseln und der letztendlichen Lösung kam ich in Gedanken überraschend nahe. Allerdings bin ich auch den Altersempfehlungen des Verlags etwas entwachsen und darüber hinaus geübte Thrillerleserin. Trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten und von der Autorin sehr angenehm durch die Welt des Rollenspiels geleitet. Sehr eindrucksvoll beschrieb sie neben den Empfindungen ihrer Protagonisten, auch deren Umfeld, die Natur, und die örtlichen Gegebenheiten. Als Leser konnte ich mich sehr gut in die Teilnehmer der Saeculum-Convention hineinversetzen. Dieses Jugendbuch von Ursula Poznanski war sehr angenehm und unterhaltsam und spannend zu lesen, nicht nur Jugendlichen, auch ihren interessierten Eltern und Großeltern empfehle ich es gern.
Über den Autor (Quelle: amazon.de)
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.
Heike
Loewe Verlag 2011, Broschur 14,95 €, 496 Seiten, ISBN: 978-3785570289
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Neuerscheinungen im Februar
21.1.2012 von Krümel.
“Ewig Dein” von Daniel Glattauer
Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen. Kurz darauf taucht er in dem edlen kleinen Lampengeschäft auf, das Judith, unterstützt von ihrem Lehrmädchen Bianca, führt. Hannes, Architekt, ledig und in den besten Jahren, ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter - auch Judiths Freunde sind restlos begeistert.
“Im Kasten” von Jens Sparschuh
Die große Kunst von Jens Sparschuh liegt darin, mit Sprachwitz und Feingefühl einen sympathischen und hochneurotischen Don Quichotte von heute zu entwerfen, dem der Leser bei seiner Suche nach einer neuen, perfekten Ordnung mit banger Hoffnung und großem Vergnügen bis zum bitteren Ende folgt.
“Wir zwei allein” von Matthias Nawrat
Nawrats Roman ist ein außergewöhnliches und starkes Debüt über eine Generation von Unentschlossenen, über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko - eine vermeintlich alte Liebesgeschichte mit großer literarischer Finesse neu erzählt.
“Das schweigende Kind” von Raoul Schrott
Raoul Schrotts dichte Erzählung über Gewalt, die Liebe zu einem Kind, Paradiese und Sünde ist ein erschütterndes Zeugnis. Einem Kippbild gleich zieht es die Geschichte eines großen Verlusts unter vielen Blickwinkeln nach.
Geschrieben in Bücher-Tipps, Literaturthemen | Keine Kommentare »
“Die Ausgewanderten” von W. G. Sebald
19.1.2012 von Krümel.
In vier Erzählungen, mit einer kürzeren fängt es an, die folgenden Erzählungen werden immer länger. Sebald erzählt vier jüdische Schicksale, vier Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und daran zerbrechen.
Ich freue mich, wieder etwas von Sebald zu lesen, dessen Prosastil mir außerordentlich gefällt. In der ersten Erzählung um Dr. Henry Selwyn geht Sebald in detailierte Beschreibungen, verliert sich aber nicht darin. Ich war ja immer gespannt, wann wird denn endlich über den zweiten Weltkrieg erzählt? Und dann: Gar nicht. Das ist das außerordentliche an dieser Geschichte, sie kommt ganz leise daher und endet mit einem Knall. Während des Lesens habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, warum Selwyn im Garten liegt, warum er mit dem Gewehr in die Luft schießt. Erst so ziemlich am Schluss wache ich auf: Eine Scheidung und Selwyn spricht mit Pflanzen und Tieren. Jetzt erst wird die Psychodramatik des Herrn Selwyn erahnbar. Die Heimatlosigkeit hat ihn in die Einsamkeit getrieben, ließ er sich doch auch nur selten bei seinen Gästen blicken. Als er im Gras lag, na ja, da hat er mit den Pflanzen geredet, eine fast unerträglich schmerzvolle Metapher für das Abgedriftetsein aus dem Leben. Dass die Psychodramatik so still und leise herumschleicht ist das besondere an dieser Geschichte. Amüsant für mich dagegen, im Buch ein Bild von Vladimir Nabokov als Schmetterlingsfänger zu finden, welches mir zufällig bekannt ist.
So etwas besonders gelungenes, in der deutschsprachigen Literatur zu lesen, ist sehr erfreulich.
“..so kehren sie wieder die Toten”-
indem Sebald über Emigranten erzählt, die alle durch Suizid in den Tod gegangen sind, kehren eben auch diese Toten wieder. Der Verlust von Johannes Naegli, der in den Bergen umgekommen ist, war für Herrn Selwyn wie ein Stück Heimat, welches zu Bruch gegangen ist. Nach über siebzig Jahren kehrt dieser Tote wieder in das Bewusstsein von Menschen. Bemerkenswert auch die Auswanderung aus Litauen/Riga. Selwyn glaubt, er sei in New York, dabei ist er in London angekommen; das ist ein Bild von Verlust und Wirrnis in Zeiten der Emigration, wenn man so will eine Bodenlosigkeit, ein Leben in der Schwebe.
Die Erwähnung und Abbildung des Fotos von Nabokov mit Schmetterlingsnetz ist auch Programm, denn auch Nabokov war Emigrant, zumal außerdem noch in der zweiten Erzählung die Autobiografie des Exilrussen Erwähnung bekommt.
In der zweiten Erzählung geht es um den engagierten Dorfschullehrer Paul Bereyter, dem die Nazis ein Lehrverbot erteilt hatten, obwohl er zu dreivierteln doch ein Arier war. Warscheinlich war er noch nicht mal ein Jude sondern ein Katholik, der den Katholizismus erbittert bekämpfte, vielleicht inzwischen sogar ein Atheist, kannte er doch einen atheistischen Schusterund verfasste Pamphlete gegen die alleinseligmachende Kirche. Es wird ein Judenprogrom in der Heimatstadt seines Vaters erwähnt, der letzten Ende zwei Jahre später daran aus Wut und Furcht gestorben ist, dessen Frau eine Christin war. Hier wird natürlich der brutale Unsinn der Nazis vorgeführt. Das Böse ist immer unlogisch und dumm.
Natürlich ist es riskant, die Texte mehr und mehr zu zerpflücken. Der Lesefluss, dieses dahintreiben, ist wunderbar. Alles in einem Rutsch zu lesen, wäre eine Wohltat. Diese Zeit steht mir leider nicht zur Verfügung (vielleicht später mal, zwei Tage in der Klause oder so).
Was für eine schaurige Wahl der Todesart. Freiwillig lässt sich jemand in die Psychiatrie einweisen, mit Elektroschocks behandeln, genauer gesagt, zu Grunde richten, um aus dem Leben zu scheiden. Im Text schwingt eine Psychiatriekritik der alten Schule mit. Die Elektrokrampfbehandlung, angeblich ein Segen für die Psychiatrie der fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, machte so manchen Patienten wie den Onkel des Erzählers, dem Herrn Ambrose Adelwarth, zum körperlich- und geistigen Krüppel, in unserer Geschichte vom Patienten allerdings gewollt, der, so scheint es, mit einer Fehldiagnose, also noch ein Schlag ins Gesicht der antiquierten Psychiatrieschule, in der Anstalt seinen Tod entgegenfiebert.
Bei Ambros, die gleichen Beobachtungen wie beim Dorfschullehrer Bereyter: er steht irgendwo und sein Gesicht von unendlichem Leid gekennzeichnet. Zu Beginn seiner Karriere war Ambros ein angesehener Koch in diversen Hotels in Europa/Japan. In der zweiten Erzählung wissen wir nicht, warum Bereyter wieder nach Deutschland gegangen ist, wir wissen auch nicht, was er genau im zweiten Weltkrieg erlebt hat. Bei Ambros Adelwarth wird auch einiges in der Schwebe gehalten. Im Zuge der großen Auswanderungswelle zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kommt er nach Long Island, arbeite als Butler bei den Solomons, einer reichen jüdischen Bankiersfamilie. Wir wissen nicht, was für eine besondere Verbindung Ambros zu dem Solomon-Sohn Cosma hatte, nur, dass die Verbindung tragisch gewesen sein soll. Dem Vater fiel das auschweifende Leben des Sohnes, ein Leben ohne Zukunft auf, wollte dem Sohn die Geldzufuhr kappen, da beschließt Cosma, mit Ambros durch Europa zu reisen. Anhand dieser Reise macht Sebald deutlich, was für ein Riss der Welt bevorsteht. Wir befinden kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. In Europa hat Cosma unverschämt viel Glück im Roulette, dass es schon entrückt und unrealistisch ist. Der Ausbruch des Krieges drängt ihn in eine erste Nervenkrise, an deren Folgen er erst viel später stirbt - Ambros, dann im Hause der Solomons wie eine entrückte einsame Gestalt seinen Dienst tut. Der Zusammenbruch der Familie Solomon als Metapher für eine zusammengebrochene Zeitepoche, die nie wieder auferstehen wird.
Auffallend ist, in dieser Erzählung erzählt nicht nur unser vertrauter Erzähler, sondern auch Onkel Kasimir und Tante Fini, auch der Psychiater Abramsky, die einiges über des Onkel Adelwarth zu sagen wissen. Es gibt hier also mehrere Ich-Erzähler, die Sebald geschickt im Text einverleibt.
Vielleicht ist ja die dritte Erzählung die schönste, obwohl es ja Unfug ist, hier noch die sog. schönste Erzählung herauszuperlen. Alle Erzählungen sind wunderbar. Sebald bleibt seinem Stil treu. Den Erzählungen liegen wahre Begebenheiten zu Grunde, diese Exilanten hat es wirklich gegeben. Ein Sebald-Lexikon klärt auch auf, wer Max Aurach war. Dieses hat mich doch erstaunt. Man könnte hier wirklich noch sehr viel entdecken. Seitdem ich “Austerlitz” gelesen habe, gehört Sebald für mich zu den großen Deutschen. Ein Platz in Walhalla gefällig?
Max Aurach ist der Maler Frank Auerbach. Aucherbachs Workaholic kommt auch in der Erzählung zur Geltung, er komme oft wochenlang nicht aus dem Haus und arbeite, wenn wir die herrliche Beschreibung von Aurachs Schaffen eines Portraits betrachten, sehr intensiv, wenn nicht verbissen:
>>Entschloß sich Aurach, nachdem er vielleicht vierzig Varianten verworfen beziehungsweise in das Papier zurückgerieben und durch weitere Entwürfe überdeckt hatte, das Bild, weniger in der Überzeugung, es fertiggestellt zu haben, als aus einem Gefühl der Ermattung, endlich aus der Hand zu geben, so hatte es für den Betrachter den Anschein, als sei es hervorgegangen aus einer langen Ahnenreihe grauer, eingeäscherter, in dem zerschundenen Papier nach wie vor herumgeisternder Gesichter.<<
Mir kommt dabei die Assoziation, hinter dem Portrait geistern Gesicher von Juden herum, die den Holocaust nicht überlebt haben. In dem oben gegebenen link zu den Werken des Malers, ist leider nicht das Schwarzweißportrait aufgeführt, welches im Buch angebildet ist, doch auch bei diesen abgebildeten Portraits hat man den Eindruck, der Maler habe diverse Vorstudien übermalt. Sebald hat wunderbar den Eindruck von Auerbachs Portraikunst charakterisiert.
mArtinus
Fischer Verlag 2002, Taschenbuch vergriffen, 368 Seiten, ISBN: 978-3596120567
Geschrieben in mArtinus, Erzählung/en | Keine Kommentare »
“Stefan Zweig. Drei Leben - eine Biographie” von Oliver Matuschek
17.1.2012 von Krümel.
Oliver Matuschek beleuchtet in seiner Biografie des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig (1881-1942) die drei Leben, welche der Autor in seiner Schrift Die Welt von Gestern selbst definiert hatte:
1. Leben: Jugendjahre bis zum Ende des 1. Weltkrieges
2. Leben: Ende 1. Weltkrieg bis Februar 1934
3. Leben: Exiljahre und sein Lebensende
Matuschek läßt mithilfe von Briefen und Bildern den Schriftsteller Stefan Zweig lebendig werden, der als einer der beliebtesten Klassiker des 20. Jahrhunderts gilt. Dabei gelingt es ihn auch einen Blick hinter die Fassade von dem Menschen Stefan Zweig zu werfen.
Je nach Lebensabschnitt verändert sich die Geschwindigkeit des Erzählens - das 1. Leben strahlt Ruhe und Besonnenheit aus - der Leser wird mit auf die Reise genommen, in die Stadt Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erlebt, wie Stefan Zweig reift und die Beschaulichkeit von diesem Lebensabschnitt mit dem 1. Weltkrieg ein jähes Ende findet.
Im Gegensatz dazu rasen die Jahre des 3. Lebens und bringen die Unstetigkeit seines Lebens zum Ausdruck. Es bleibt Spekulation, ob dieser Eindruck vom Autor bewusst gewählt wurde, ich es nur so empfunden habe oder es auch schlicht an mangelnden Quellen lag, welche in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren gegangen sind. Wurde aber z.B. das Beginn der Beziehung zu seiner 1. Frau Friderike ausführlichst beschrieben, bekam die Beziehung zu Lotte, seiner späteren 2. Frau, viel weniger Raum.
Matuschek, der Philosophie und Geschichte studierte, gelingt mit dieser Biographie nicht nur ein Blick auf Stefan Zweig und sein persönliches Umfeld, zugleich läßt er auch die Zeit lebendig werden, welche geprägt war von einschneidenden Ereignissen, die die ganze Welt verändern sollte. Außerdem bekommt der Leser auch Einblick in den Literaturbetrieb der damaligen Zeit - wie Verleger arbeiteten, mit welchen Problemen die Autoren zu kämpfen hatten und welchen lebendigen Austausch es untereinander gab.
Für Zweig-Freunde und alle, die es werden wollen, ist diese Biographie eine lesenwerte Bereicherung.
Sabine
S. Fischer Verlag 2008, Taschenbuch 9,95 €, 416 Seiten, ISBN: 978-3596166855
Geschrieben in Sabine, Biographie | Keine Kommentare »
Neuerscheinungen im Februar
14.1.2012 von Krümel.
“Unendlichkeiten” von John Banville
John Banville hat einen Roman geschrieben, in dem lyrische Passagen auf profane treffen und die Götter auf die Menschen. Ein tiefer Einblick in die Schwächen des menschlichen Daseins.
“Am Ende der Teestraße” von Maxence Fermine
Schon als Kind ist Charles Stowe, der Sohn eines Londoner Teehändlers, fasziniert von den Geheimnissen des Tees. Die Welt der tausend Düfte und Aromen verzaubert den jungen Mann so sehr, dass er aufbricht, um den seltensten chinesischen Tee nach England zu importieren. Die Begegnung mit der mysteriösen Loan bringt seine Pläne durcheinander.
“Im Winter dein Herz” von Benjamin Lebert
In einem schwarzen Suzuki Samurai fahren sie durch ein weißes, vom Winter erfasstes Land. Es ist das Land, das man kennt, und doch ist es anders. Das Schweigen der Häuser, die verschlossenen Fensterläden erzählen von tiefen Träumen, und kaum ein Mensch zeigt sich auf den Straßen. Die drei Reisenden kennen sich nicht gut.
Geschrieben in Bücher-Tipps, Literaturthemen | Keine Kommentare »
„Descartes´ Irrtum“ von Antonio R. Damasio
12.1.2012 von Krümel.
Dieses Buch ist für den Laien wunderbar verständlich geschrieben!
>>Aus dem Klappentext:
Antonio R Damasio stellt den Dualismus in Frage, der bis heute das westliche Denken beherrscht: Geist versus Körper, Verstand versus Gefühl, Biologie versus Kultur. Durch sein Buch erkenenn wir – möglicherweise zum erstenmal – die enge Verbindung zwischen unserem neutralen Gewebe und den Höhen und Tiefen menschlichen Erfahrens und Erlebens. (Howard Gardner)<<
Im ersten Teil zeigt uns Damasio anhand von Fallbeispielen wie unser Gehirn überhaupt arbeitet, und wie unser Gehirn vernetzt ist. Der mittlere Teil ist dann ein sehr theoretischer Ausflug, da stellt der Autor seine Hypothesen vor, die er wiederum mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt. Und zum Schluss wird dann der Titel „Descartes´ Irrtum“ abgehandelt.
>>Die Unterscheidung zwischen Erkrankungen des Gehirns und des Geistes, zwischen neurologischen Leiden und psychischen bzw. psychiatrischen Problemen ist ein unglückliches kulturelles Erbe, das tief in der Gesellschaft und Medizin verwurzelt ist. Sie offenbart eine fundamentale Unkenntnis der Beziehung zwischen Gehirn und Geist.<<
Wie arbeitet unser Gehirn? Was Neuronen tun, hängt von ihrer Nachbarschaft ab (Neuronenkomplexe). Was Systeme/Komplexe tun, hängt davon ab wie sich Komplexe gegenseitig beeinflussen. Und wie diese Beeinflussung aussieht, hängt vom Ort ab. Alles ist miteinander verwoben und vernetzt!
>>… daß Vorstellungsbilder vermutlich den Hauptinhalt unserer Gedanken ausmachen, unabhängig davon …, ob sie einen konkreten Gegenstand gelten, einen Prozeß mit dem Gegenstand, oder ob sie mit Wörtern/Symbolen zu tun haben.<<
Evolution:
- der älteste Entscheidungsapparat für fundamentale biologische Regulation
– propft einen Apparat für persönliche und soziale Bereiche auf
— propft abstrakt - symbolische Operationen auf –> künstlerisches, wissenschaftliches Denken. Nichts geht ohne das andere!
>>Für uns gab es also zuerst das Sein und erst später das Denken. Und auch heute noch beginnen wir, wenn wir auf die Welt kommen und uns entwicklen, zunächst mit dem Sein und fangen erst später mit dem Denken an.<<
Es gibt keine Trennung zwischen Körper und Denken/Vernunft. Ohne einen Körper, gäbe es diese höheren Gedanken nicht! Das hat Damasio in langen Untersuchungsreihen herausgefunden, und alles spricht auch für diese Hypothese - aber letztendlich gibt es dafür noch keine belegbaren Beweise, weil das Warum leider noch fehlt. Das Warum - warum fühlen wir überhaupt, es sind nicht nur die Neurotransmitter die uns fühlen lassen, es gibt da noch mehr. Ich nenne es jetzt mal die Psyche, die aber nur körperlich zustande kommt, durch Erfahrungen und Vorstellungsbilder, sprich Erinnerungen, aber sich geistig ausdrückt. Sie entspringt quasi aus dem Körper!
Antonio R. Damasio ist Professor der Neurologie und leitet die Neurologische Abteilung der University of Iowa College of Medicine. Seine Forschungen zur Neuropsychologie von Sehen, Gedächtnis und Sprache und seine Forschungsergebnisse haben ihn zu einer international anerkannten Autorität gemacht. Er ist Träger des Beaumont-Preises und zusammen mit seiner Frau, der Neurologin Dr. Hanna Damasio, des Pessoa-Preises.
Krümel
List Verlag 1994, OT: Descartes´ Error, Reason and the Human Brain, Übersetzung: Hainer Kober, Hardcover vergriffen (TB 8,95 € ISBN: 3548604439), 378 Seiten, ISBN: 3-471-77342-8
Geschrieben in Sachbuch, Krümel | Keine Kommentare »
“Die zitternde Frau” von Siri Hustvedt
10.1.2012 von Krümel.
Siri Hustvedt, amerikanische Romanautorin, beschäftigt sich schon seit längerem mit Neuropsychiatrie und hat in diesem Gebiet fleißig Fachliteratur gewälzt. Seit ihrer Kindheit leidet sie unter Migräne, Schwindelanfällen, an himmlischen Gefühlen von Levitation und visueller Halluzination, in der sie ein kleines rosa Männchen und einen rosa Ochsen auf dem Fußboden sieht. Das ist der Grund. „Ich erforschte mich selbst“, sagte schon Heraklit und Siri Husrvedt leistet einen enormen Energieaufwand, um auf die Spur ihrer Nerven zu kommen. Schon in ihrem Roman „Was ich liebte“ beschäftigte sich Frau Hustvedt mit Psychopathologie (und Bildender Kunst). In „Die Leiden eines Amerikaners“ nimmt ein Psychiater die Rolle des Protagonisten ein, der mit dem Tod seines Vaters konfrontiert wird. Auch Hustvedt, die nun eine Geschichte ihrer Nerven geschrieben hat, muss sich mit dem Tod ihres Vaters, der Universitätsprofessor in Minnesota gewesen war, aus einandersetzen. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters hält sie eine Gedenkrede und bekommt erstmals einen Zitteranfall, wobei ihr Bewustsein klar bleibt, sie auch weiterreden kann. Erst nach der Rede hört das Zittern auf. Siri Hustvedt vermutet eine (psychogene?) Reaktion auf den Tod ihres Vaters. Da ihr kein Arzt eine eindeutige Diagnose stellen kann, macht sich die Autorin auf der Suche nach ihrer Krankheit. Ihr Weg führt ausgehend vom Verdacht einer Konversionsstörung (dissoziative Störung), über Josef Breuers Bericht seiner Patientin Bertha Papenheim (als Anna O. in „Studien über Hysterie“, Freud/Breuer, 1895; zuvor auch schon mit Breuer veröffentlicht „Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene”, 1893), bis hin zu neurologischen Ausfällen, deren Symptomatik für uns Laien aufsehenderregend erscheinen, uns aber auch schon durch Bücher von Oliver Sacks (z.B. „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“) und Mark Solms/Karen Solms („Neuro-Psychoanalyse. Eine Einführung mit Fallstudien“) bekannt sein könnten. Weiterhin erzählt Siri Hustvedt von einem Experiment des Neurologen Vilayanur S. Ramachandran. Er behandelte eine Patientin, die linksseitig gelähmt war, sie dieses aber nicht glauben wollte. Das Experiment, welches Mark und Karen Solms in ihrem Buch beschreiben ist, dass die Patientin ihre Lähmung zugab, nachdem Ramachandran der Frau das linke Ohr mit Eiswasser gefüllt hat. „Rechtshemisphärische Schädigungen führen häufig zu …Anosognosie“, dem Leugnen der Krankeit. Da wir schon gerade bei Büchern sind, möchte ich auf zwei Bücher von Vilayanur S. Ramachandran hinweisen, die es im deutschen Sprachraum gibt: „Eine kurze Reise durch Geist und Gehirn“ und „Die blinde Frau, die sehen kann. Rätselhafte Phänomene unseres Bewußtseins“ - und damit haben wir uns schon ziemlich weit in das Buch hineingelehnt, Manchmal hatte ich den Eindruck, die Autorin schweift ein wenig von ihrem Thema, den seltsamen Zitteranfällen ab, kehrt aber immer wieder zu sich selbst zurück. Erzählt sie von Konversionsstörungen (Hysterie), ihr erster Verdacht als Ursache ihrer Zitteranfälle, dann erzählt sie gleich die Geschichte der Hysterie mit, und so erahnen wir als Leser, dass sie all dies mit Begeisterung tut, mit Wissensgier, wenn nicht gar mit Besessenheit im positiven Sinne.
Siri Hustvedt bezeichnet die zitternde Frau „als ein ungezähmtes anderes Selbst…eine Art Doppelgänger“, die in der Literatur Wünsche und Bestrebungen ihrer Originale meist quälen und sabotieren, und erwähnt Dostojewskijs Roman „Der Doppelgänger“:
>>Dostojewskijs geistig umnachteter Held, Herr Goljadkin, zittert im Sprechzimmer seines Arztes, kurz bevor der ehrgeizig, abgefeimte zweite Herr Goljädkin in Erscheinung tritt.<<
>>Seine grauen Augen funkelten ganz eigentümlich, die Lippen zitterten, alle Muskeln, alle Züge seines Gesichts gerieten in Bewegung. Er selber zitterte am ganzen Körper.<<
Manche Migräne Leidende sehen als Teil der Aura ein Doppel ihrer selbst, schreibt Hustvedt und erzählt von Breuers berühmter Hysteriepatientin Bertha Puppenheim. „Sie litt auch an dem, was Charcot, Janet, Freud und Breuer „doppeltes Bewußtsein“ nannten; sie erlebte zwei Ichs, eines Breuer zufolge „geistig ganz normal“ und ein anderes, das sie als ihr „schlimmes Ich“ bezeichnete.
Von Synästhesie spricht man, wenn sich Sinneswahrnemungen überschneiden, wenn z.B. „Farben schmecken“ oder „Töne sehen“ kann. Der russische Psychologe Alexander Romanowitsch Lurija, der als einer der Begründer der Neuropsychologie gilt, verfolgte 30 Jahre lang den Fall Sassezki, der die Fähigkeit besaß „lange Zahlenreihen und Wortlisten in ortsgebundene geistige Bilder zu konvertieren“ (vgl. „Kleines Portrait eines großen Gedächtnisses“ in „Der Mann, dessen Welt in Scherben ging“ ). Es wird auch auf ein Gedicht Rimbauds hingewiesen, welches Synästhesie aufweist: Die erste Strophe von „Vokale“:
>>A schwarz E weiß I rot U grün O blau - vokale
Einst werd ich euren dunklen ursprung offenbaren:
A: schwarzer samtiger panzer dichter mückenscharen
Die über grausem stanke schwirren · schattentale.<<(Übersetzung: Stefan George)
Im Jahre 2005 wurde erstmals eine Mirror-touch, bzw. Berührungs-Synästhesie beschrieben und es stellte sich heraus, dass die Autorin dieses Buches von dieser Form der Synästhesie befallen ist, d.h., >>jeden Schlag, jeden Stoß, den andere bekamen, wie auch deren Stimmungen fast so mitgefühlt, als wäre ich selbst davon betroffen.<< , so auch Horrorfilme ihr unerträglich sind, da sie >>die Qualen der Opfer fühle.<<
Siri Hustvedt kommt öfters auf das dualistische Problem von Körper und Geist zu sprechen. Neuronen sind sichtbar, Gedanken unsichtbar. Sind Hirn und Geist eins oder zwei verschiedene Dinge, oder sind sie miteinander verbunden? Diese Frage muss natürlich offenbleiben, und obwohl dieses Problem des Dualismus für die Autorin wichtig ist, wird es leider doch nur gestreift, obwohl es doch interessant gewesen wäre, tiefer ins Detail zu gehen in der Frage, ob eine Trennung von psychogenen und neurologischen Ursachen in der Medizin sinnvoll und fragwürdig ist. Nach Francis Crick sind wir nur „eine riesige Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Molekülen.“ (aus Francis Crick: „Was die Seele wirklich ist“ ), doch was nützt uns so eine Aussage, wenn sie einfach in den Raum geworfen wird?
Wenn man gewillt ist, sich mit medizinischen Fremdwörtern zu konfrontieren und Interesse am Psycho/Neuro-Thema vorhanden ist, aber kein Mediziner ist, denn die lesen sicher anderes, kann das Buch sehr empfohlen werden. Ein Namensregister fehlt leider, sodass das Aufsuchen von Textstellen erschwert wird. Am Ende des Buches sind Anmerkungen, in denen uns offenbart wird, welche Fachbücher Siri Hustvedt gewälzt hat. Ist schon toll.mArtinus
Rowohlt Verlag 2010, Hardcover 18,95 €, 240 Seiten, ISBN: 978-3498030025
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Neuerscheinungen im Februar
8.1.2012 von Krümel.
Gedichte:
“Weiße Reiher” von Derek Walcott
Derek Walcott, der große Dichter des 20. Jahrhunderts, spricht über die Themen, die sein ganzes Leben begleiten: seine Liebe zur westlichen Literatur, die komplexe Kolonialgeschichte der Karibik, die merkwürdige Erfahrung einer neuen Liebe und die manchmal furchteinflößende Schönheit der Natur. Dabei …
“In zwei Spiegeln” von Oleg Jurjew
Große Wunderwerke aus Sprachgewalt und Zartheit sind die Romane von Oleg Jurjew. Dass seine in der russischen Heimat hoch gepriesenen Gedichte bisher kaum auf Deutsch zu lesen waren, ist ein editorischer Mangel, der jetzt endlich behoben wird. Der Band »In zwei Spiegeln« versammelt Gedichte aus über dreißig Jahren, er zeigt …
“Fußabdrücke eines Fliegenden” von Sven Hillenkamp
Nach dem preisgekrönten »Das Ende der Liebe« legt Sven Hillenkamp erneut ein Buch vor, das sich allen Genres entzieht. Fesselnd wie ein Roman. Konzentriert wie ein Gedicht. Ausgehend von einem Denken, das unsere Zeit durchdringt.
“Farbenklavier” von Alexander Nitzberg
Mit seiner Lyrik unternimmt Alexander Nitzberg nicht weniger als die Begründung eines neuen Genres: der Interstellardichtung. Ein Ich greift buchstäblich nach den Sternen, bis es sie in seinem Wahn verschluckt. Pochend, pulsierend findet es sie wieder, in einer neuen Konstellation, in sich selbst. Nitzberg zündet Farb- und Klangtriebwerke und schießt unsere Sprachsatelliten in neue Umlaufbahnen: kosmisch, magisch, virtuos.
“Warum gerade heute” von Max Sessner
Gedichte, die einen im Innersten berühren, weil sie, schlicht und raffiniert gleichzeitig, über »die kleine Freude sterblich zu sein« sprechen. »Am Ende sind wir was wir sehen«: Max Sessners Gedichte wissen, wie wichtig Bilder sind – nicht nur, weil es Gedichte sind und Gedichte traditionellerweise mit Bildern operieren, sondern weil die Bilder das einzige sind, was übrigbleiben wird.
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Neuerscheinungen im Februar
7.1.2012 von Krümel.
“Die Wildgans” von Mori Ogai
Mori Ogais atmosphärisch dichter Roman ist das wichtigste Werk des japanischen Großklassikers. Er erzählt von geheimen und enttäuschten Liebeswünschen, von Freundschaft und der Macht alltäglicher Lebenszwänge. In seiner Modernität besticht das raffiniert aufgebaute Werk nicht nur die Freunde japanischer Kultur.
“Jenseits von Afrika” von Tania Blixen
Neuaufgelegt!
“Verliebte Feinde” von Wilfried Meichtry
Eine private, politische und kulturelle Zeitgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert: die Biographie einer radikalen Frauenrechtlerin und eines einflussreichen katholischen Intellektuellen. Die Juristin Iris von Roten - mit ihrem feministischen Manifest “Frauen im Laufgitter” wurde sie 1958 über Nacht berühmt -
“Begegnung” von Emmanuel Bove
24 Erzählungen, davon 16 bisher unübersetzt, zeigen erneut Emmanuel Boves berühmte Beobachtungsgabe und seinen “Sinn für das treffende Detail”, wie Samuel Beckett es nannte.Dieser Band ist die erste Komplettübersetzung der französischen Ausgabe, in der 1988 unter dem Titel “Monsieur Thorpe” gesammelte Erzählungen Boves aus verschiedenen Schaffensphasen …
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