Sie befinden sich aktuell in den Das Literaturblog Blog-Archiven für den folgenden Tag 3.1.2012.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Dez | Feb » | |||||
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | 31 | |||||
- Biographie (36)
- Bücher-Tipps (162)
- Christine (72)
- Daniel (9)
- deutschsprachige Gegenwartsliteratur (97)
- Erzählung/en (50)
- Gedicht (2)
- Heike (58)
- Highlights (9)
- History/Fantasy (40)
- Jan (58)
- Kalender (6)
- Kerstin (33)
- Klassiker (78)
- Krimi/Thriller (20)
- Krümel (261)
- Kurzportrait (5)
- Lesung (3)
- Literaturthemen (174)
- LS-Ticker (16)
- mArtinus (7)
- Monika (6)
- Patrick (35)
- Rebecca (42)
- Roman (266)
- Sabine (4)
- Sachbuch (30)
- Satire (5)
- Sigrid (8)
- Stefanie (1)
- Ursula (1)
- Uwe (1)
- Valerija (3)
- Werke (4)
- 21.2.2012: "Ein allzu kurzes Leben" von Ronald Reng
- 19.2.2012: Neuerscheinungen im März
- 18.2.2012: Neuerscheinungen im März
- 16.2.2012: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge
- 14.2.2012: "Gegen alle Zeit" von Tom Finnek
- 12.2.2012: Neuerscheinungen im März
- 11.2.2012: Neuerscheinungen im März
- 9.2.2012: "Die Herrlichkeit des Lebens" von Michael Kumpfmüller
- 7.2.2012: "Mit brennender Geduld" von Antonio Skármeta
- 5.2.2012: Neuerscheinungen im März
aktuelle Lektüre
Literatur-Links
Meine Seiten
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- November 2006
Archive für 3.1.2012
“Torso” von Wolfram Fleischhauer
3.1.2012 von Krümel.
In einem Abrisshaus im Osten von Berlin findet die Polizei einen grausig mit Tierteilen dekorierten zur Schau gestellten Frauentorso. Hauptkommissar Zollanger hat so etwas in seiner langjährigen Laufbahn als Kripo-Beamter, sowohl in der ehemaligen DDR als auch im vereinten Deutschland, noch nicht gesehen. Während er mitten in den Ermittlungen steckt, kämpft Elin Hilger darum, die Ermittlungen um den als Selbstmord abgetanen Tod ihres Bruders Eric, er war IT-Spezialist, wieder aufrollen zu lassen. Dazu braucht sie Zellangers Unterstützung, er war mit diesem Fall betraut. Gleichzeitig verschwindet die Bankierstochter Inga Zieten, deren Vater unter allen Umständen die Polizei aus den Ermittlungen heraushalten will.
Wolfram Fleischhauers Genre-Palette ist weit gefächert. Mit „Torso“ gab er sein Debüt als Thriller-Autor. Mit viel Thrill begann er auch die Handlung, die um das Jahr 2002 in Berlin angesiedelt ist. Die Beschreibung des makaber in Szene gesetzten Torsos ist sicher nichts für Zartbesaitete und Leser mit schwachen Nerven, sie ist ungeschönt, grauenhaft und dabei sehr gut vorstellbar. Dann baut er um die drei Handlungsstränge eine intelligent konstruierte, vielschichtige und gleichzeitig komplexe Geschichte auf. So werden Machenschaften in der Finanzwelt, Korruption, organisiertes Verbrechen, Stasivergangenheit thematisiert, ohne den Thriller damit zu überladen. Im Mittelpunkt von „Torso“ steht nicht wie üblich die Ermittlungsarbeit der Polizei, sie wird zwar nie aus dem Auge verloren, es geht aber um mehr, es geht um Moral, Ethik und Verantwortung. So ist auch die auf den ersten Blick recht skurril erscheinende Elin Hilger für diesen Roman in ihrer Andersartigkeit ein Glücksgriff. Weitgehende Konsumverweigerung steht konträr zu der Skrupellosigkeit und der maßlosen Gier der Banker. Auch an anderen Stellen kommt Fleischhauer in seinem Thriller – ungewohnt für dieses Genre, aber deshalb um so bemerkenswerter – ins Philosophieren. Die Charakterisierung der Personen fand ich sehr gelungen. Alle wirkten in ihrem Auftreten ehrlich, echt und glaubwürdig, wenn auch mitunter kauzig, sonderbar und bizarr. Ein wenig vermisst habe ich diesem Thriller den von mir so geschätzten ausgefeilten Sprachstil des Autors, das ist aber wohl eher dem Genre anzulasten als der Schreibkunst Wolfram Fleischhauers. Mich hat dieser Thriller, einschließlich des Nachwortes, sehr gut unterhalten. Lediglich das Ende fand ich etwas zu konstruiert und auch etwas zu schnell herbeigeführt. Nicht alle Fragen wurden direkt geklärt, aber da sei es der Fantasie des Lesers überlassen, die eigenen Schlüsse zu ziehen.
Über den Autor (Quelle amazon.de)
Wolfram Fleischhauer, geboren 1961 in Karlsruhe, ist einer der wenigen deutschen Autoren, denen es gelingt, Anspruch und Spannung für ein großes Publikum zu verbinden. Nach vier Romanen über die Künste (”Die Purpurlinie”, “Die Frau mit den Regenhänden”, “Drei Minuten mit der Wirklichkeit”, “Das Buch, in dem die Welt verschwand”), dem Familienroman “Die Inderin” und dem Universitätsroman “Der gestohlene Abend” ist “Torso” sein erster literarischer Thriller. Mehr Informationen zum Autor unter: http://www.wolfram-fleischhauer.de
Heike
Droemer Verlag 2011, Hardcover 19,99 €, 432 Seiten, ISBN: 978-3426198537
Geschrieben in Krimi/Thriller, Heike | 1 Kommentar »


